Chronik

 

 

 

Auch vor 40 Jahren war es schon so, dass Feiern aus den unterschiedlichsten Anlässen in der Regel mit einem gemütlichen Beisammensein mal früher oder mal etwas später endeten. Das gilt natürlich auch für die Hessische Wasserschutzpolizei. Und wer weiß es nicht, dass das Gläschen Wein oder Bier die Zunge lockert?  Und deshalb war es ein fester Bestandteil  des regelmäßig wiederkehrenden Programmablaufs, dass zu vorgerückter Stunde gesungen wurde.

Was lag dabei näher, als in Erinnerung an die Marinezugehörigkeit einiger damaliger Kollegen Seemannslieder zu schmettern.

Ein Zeitzeuge beschreibt es treffend: Begeisterung und Lautstärke mussten die fehlende musikalische Harmonie ausgleichen.

Männer mit etwas höheren Ansprüchen an Gesang hatten dann die Idee, eine Gesangsgruppe zu gründen.

Dahinter steckte zunächst die bescheidene Vorstellung bei internen Veranstaltungen der Wasserschutzpolizei einen Beitrag mit etwas anspruchsvollerem Gesang zu leisten.

Und so trafen sich am 11.Februar 1969  23 Bedienstete zur Gründungsversammlung in
Mainz – Kastel. Zu ihnen zählte auch der ehemalige Polizeibezirkskommissar Heinrich Flächsenhaar.

Er hatte vor seinem Eintritt in die Polizei Musik studiert und konnte als musikalischer Leiter gewonnen werden. Ein Glückstreffer, der für den späteren Chor eine hervorragende Startposition bedeutete.

Ihm gelang es innerhalb kürzester Zeit, die traditionellen  Lieder der Seefahrt- die Shanties- vierstimmig zu setzen und einzustudieren. Noch heute singt der Chor diese von Heinrich Flächsenhaar gesetzten Shantys.

Schon nach wenigen Monaten wagte sich die Gesangsgruppe mit Konzerten in die Öffentlichkeit und konnte sogar vor kritischem Publikum bestehen.

 

Bereits in 1971 trat die Gesangsgruppe dem Sängerbund der Deutschen Polizei als 41. Mitglied bei und nennt sich seit dem „Chor der Hessischen Wasserschutzpolizei“

 

Die immer mehr werdenden Auftritte in der Öffentlichkeit erhöhten den Bekanntheitsgrad so, dass es schließlich zu Einladungen ins gesamte Bundesgebiet und ins europäische Ausland kam.

Eigene Konzerte –später auch unter dem Motto „Bürger und Polizei – singen und musizieren“ versetzen den Chor zunehmend in die Lage, teilweise beträchtliche Reinerlöse an karitative Einrichtungen  übergeben zu können.

Damit kommt der Chor seiner sich selbst gesetzten Verpflichtung Öffentlichkeitsarbeit für die Hessische Polizei  und damit einen Beitrag für das gute Verhältnis zwischen Polizei und Bürgern zu leisten in hohem Maße nach.

Von 1979 bis 1994 wurde der Chor von dem der Wasserschutzpolizei angehörendem Polizeihauptkommissar Hans-Ludwig Faber geleitet. Er war  bisher der am längsten amtierende Chorleiter. Seine autodidaktisch erworbene Professionalität hat dem Chor eine ganz besondere Prägung verliehen.

 

In 1994 wurde der Chor von Wilhelm Lüttich übernommen.

 

Nach seinem Ausscheiden konnte in 2004  die amerikanische Opernsängerin Laurie Anne McGowan für die Leitung des Chores gewonnen werden. Ein Novum für den Chor, weil  damit eine Frau in die bisher von Männern beherrschte Domäne – noch dazu in „leitender Funktion“ – eindringen konnte.

Mit ihrer hohen musikalischen Kompetenz, ihrer charmanten und zugleich durchsetzungsfähigen Art im Umgang mit uns, den nicht immer ganz einfachen Sängern mit teilweise altersbedingten leichten Macken, ist Laurie Anne die „richtige Frau am richtigen Platz“.

Ihre zauberhafte Stimme garniert  gelegentlich bei Auftritten unseren Gesang.

 

Der Chor ist mit seinen derzeit  42 aktiven Sängern gut aufgestellt.

Sein vierstimmiger Gesang mit dem etwas anderen Liedgut der christlichen Seefahrt kommt gut an.

Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass der gegenwärtige Trend der Überalterung in allen Chören, so auch in unserem, sich bald umkehrt und die Jugend wieder vermehrt Zugang zum Gesang und der Musik findet, denn merke „ wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden“

  

Peter Lecke